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Businessplan

Der Businessplan ist die Visitenkarte Ihres Unternehmens. Egal ob Banken, Investoren oder Fördergeber, alle wollen mit Hilfe Ihres Businessplans erfahren, wie tragfähig und gut durchdacht Ihre Geschäftsidee ist. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihren potentiellen Geldgeber überzeugen können.

Bitte beachten Sie immer folgende Hinweise:

  • Bevor Sie Ihr Geschäftskonzept verfassen, bedenken Sie bitte als erstes, dass der Leser Ihres Businessplans nicht unbedingt ein Experte auf Ihrem Gebiet ist. Formulieren Sie also den Plan so, dass er für jeden verständlich ist. Verzichten Sie besser auf Fachjargon, benutzen Sie stattdessen einfache Darstellungen und Zeichnungen. Verweisen Sie dabei ggf. auf den Anhang
  • Wählen Sie einen sachlichen Ton. Werbende Texte kommen beim Leser schlecht an. Begründen Sie Ihre Argumente und Einschätzungen stets gut. Wenn Sie Schwächen in Ihrem Geschäftskonzept erwähnen, so nennen Sie auch gleichzeitig Pläne, um diese zu beheben.
  • Ihr Businessplan soll klar strukturiert sein. So können Leser je nach Interessenlage sich einfacher und schneller im Gesamtdokument orientieren.
  • Sparen Sie an Worten, denn die Leser interessieren sich für Zahlen und Fakten. Beschränken Sie sich auf das Wesentliche und verlieren Sie sich nicht in der Tiefe einzelner Details.
  • Da oftmals mehrere Personen an einem Businessplan arbeiten, sollten Sie sich am Ende auf einen einheitlichen Schreibstil einigen.
  • Achten Sie bitte auch darauf, dass Ihr Businessplan einen optisch schönen Eindruck hinterlässt/erweckt. Verwenden Sie hochwertiges Papier, eventuell sogar mit Ihrem Firmenlogo darauf. Der Schrifttyp sollte einheitlich und die Schriftgröße mindestens 11 sein.
  • Halten Sie Ihren Businessplan so kurz, aber auch so inhaltsreich wie möglich.

Inhaltlicher Aufbau des Businessplans

Ein professioneller Businessplan besteht meist zumindest aus folgenden Kapiteln:

  1. Executive Summary
  2. Produkt/Dienstleistung
  3. Geschäftsmodell
  4. Markt & Wettbewerb
  5. Marketingmaßnahmen & Vertriebskonzept
  6. Chancen & Risiken
  7. Finanzplanung
  8. Anhang

1. Executive Summary

Die Executive Summary ist das Herzstück des Businessplans. Sie fasst alle wichtigen Aspekte Ihres Geschäftskonzeptes zusammen. In der Regel wird sie als erstes gelesen. Versuchen Sie also, durch eine geschickte und sorgfältige Gestaltung der Executive Summary das Interesse der potentiellen Geldgeber an Ihrer Geschäftsidee zu wecken.

Erklären Sie Ihr Produkt bzw. Ihre Dienstleistung, informieren Sie den Leser über den Kundennutzen, relevante Märkte, die Kompetenz des Gründerteams, den Investitionsbedarf, mögliche Rendite sowie die angestrebte Rechtsform. Bringen Sie alles auf den Punkt und behalten Sie stets die Kernidee im Auge.

1 bis 2 Seiten ist ein guter Umfang für die Executive Summary.

Tipp: Schreiben Sie die Executive Summary erst zum Schluss, wenn Sie alle anderen Punkte fertig gestellt haben, sozusagen als Extrakt Ihres Werkes. Dies sichert die Deckungsgleichheit mit dem restlichen Inhalt.

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2. Produkt/Dienstleistung

Beschreiben Sie in diesem Kapitel ausführlich, welches Produkt bzw. welche Dienstleistung Sie anbieten wollen. Technische oder wissenschaftliche Produktbeschreibungen sollten für Laien gut verständlich sein. Denken Sie bitte daran, ihr Alleinstellungsmerkmal (USP) zu nennen, welches häufig in einem Businessplan vergessen wird.

Ob Ihr Produkt/Ihre Dienstleistung eine Chance auf dem Markt haben wird, hängt stark vom Kundennutzen ab. Setzen Sie sich damit auseinander. Sind bereits ähnliche Produkte/Dienstleistungen auf dem Markt? Wie unterscheiden sich die Preise? Was können Sie bei Veränderung der Kundenwünsche tun?

Für Geldgeber ist mitentscheidend, auf welchem Entwicklungsstand Ihr Produkt sich befindet. Haben Sie bereits eine Machbarkeitsstudie durchgeführt? Sind Prototypen vorhanden? Sind Anforderungen vom Gesetzgeber geklärt? Welche Patente/Lizenzen benötigen bzw. besitzen Sie?

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3. Geschäftsmodell

Zum Abschnitt Geschäftsmodell gehört selbstverständlich der Name der Firma. Ist er bereits rechtlich geschützt? Nennen und begründen Sie die Rechtsform. Wo befinden sich die Standorte? Arbeiten Sie mit Partnern zusammen? Formulieren Sie Ziele für die nächsten 3 bis 5 Jahre. Beschreiben Sie ausführlich Ihr Ertragsmodell, d.h. wie Sie Ihr Geld verdienen wollen.

Für Geldgeber ist es wichtig zu wissen, ob das Gründungsteam in der Lage ist, sein Vorhaben erfolgreich umzusetzen. Stellen Sie Ihr Team vor. Welche kaufmännischen, fachspezifischen Fähigkeiten und Erfahrungen besitzt das Team? Fügen Sie Lebensläufe im Anhang bei. Arbeiten Sie mit Beratern zusammen? Eine umfassende unternehmerische Beratung (Link zur Unternehmensberatung) in der Gründungsphase zeugt von Professionalität und einem ernsthaften Gründungsinteresse, denn im Regelfalle bringt niemand alleine alle nötigen Voraussetzungen und Erfahrungen für Unternehmensgründung mit.

Ihr potenzieller Personalbedarf ist auch an dieser Stelle zu nennen. Beschreiben Sie, welche Schlüsselqualifikationen Ihre Mitarbeiter besitzen sollen, damit Ihre unternehmerischen Ziele erreicht werden können. Wer übernimmt welche Aufgaben? Es ist äußerst wichtig für den Erfolg Ihres Unternehmens, dass Sie die richtigen Mitarbeiter auf Ihrer Seite haben. Machen Sie sich Gedanken darüber, wie Sie die passenden Mitarbeiter gewinnen und an Ihr Unternehmen binden wollen, auch in schwierigen Zeiten.

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4. Markt & Wettbewerb

Analysieren Sie die Branche, der Ihr Unternehmen zugeordnet ist, sowie die Zielgruppe genau. Wie groß schätzen Sie das Absatz- und Umsatzvolumen? Wodurch wird das Wachstum Ihrer Branche bestimmt? Welches Kaufverhalten haben Ihre Zielkunden? Bedenken Sie, dass der Geldgeber stets sein Risiko kalkuliert. Lassen Sie ihn wissen, welche Faktoren Nachfrage und Absatzstrategie beeinflussen.

Informieren Sie sich gut über Ihre Wettbewerber. Welche Stärken und Schwächen haben diese? Welchen Marktanteil besitzen sie? Wie gestalten sie ihre Preise? Welche Geschäftsstrategie verfolgen sie? Stellen Sie im Vergleich Ihre Wettbewerbsvorteile heraus. Nennen Sie aber ebenso Ihre Schwächen und die damit verbundenen Verbesserungsstrategien.

Kalkulieren Sie, wie Ihre Mitbewerber auf die Einführung Ihres Produktes/Ihrer Dienstleistung reagieren könnten. Bleiben Sie bei allem ehrlich und realistisch.

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5. Marketingmaßnahmen & Vertriebskonzept

Bei Marketing geht es nicht nur um Werbemaßnahmen, Sie sollen auch die dadurch anfallenden Kosten gut durchdenken. Diese können in manchen Fällen extrem hoch sein und Ihr Budget sprengen.

Erläutern Sie unter Vertriebskonzept, wie Sie planen, Ihr Produkt/Ihre Dienstleistung an den Kunden zu bringen. Welche Vertriebskanäle wollen Sie benutzen? Wie wollen Sie Ihren Vertrieb aufbauen? Welche Kosten entstehen dabei? Stellen Sie Schätzungen darüber an, welche Absatz- und Umsatzzahlen Sie in den ersten 3 bis 5 Jahren erwarten können.

Rechnen Sie vor, welchen Preis Sie für Ihr Produkt/Ihre Dienstleistung verlangen wollen. Berücksichtigen Sie dabei die Kaufkraft Ihrer Kunden und das Preisangebot der Wettbewerber.

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6. Chancen & Risiken

Analysieren Sie gründlich Ihre Stärken und Schwächen. Nur so können Sie Chancen nutzen, Risiken frühzeitig erkennen und diese mit den richtigen Maßnahmen bewältigen. Hier sind vier hilfreiche Fragen, die Sie sich stellen können:

  • Besitzen wir Stärken, um unsere Chance zu nutzen?
  • Verpassen wir Chancen aufgrund unserer Schwächen?
  • Besitzen wir die Stärken, um Risiken zu bewältigen?
  • Welchen Risiken sind wir aufgrund unserer Schwächen ausgesetzt?

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7. Finanzplanung

Im letzten Abschnitt werden die Finanzen für einen Zeitraum vom 1. bis zum 5. Jahr geplant. Setzen Sie die bisher getroffenen Annahmen in Zahlen um. Dazu gehören sowohl Umsätze wie auch Personal-, Marketingkosten, Zinsen, usw.

Erstellen Sie zum einen eine Rentabilitätsplanung, d.h. eine Gewinn- und Verlustrechnung, um zu schauen, ob Sie mit Ihrem Vorhaben Gewinne erwirtschaften und wann Sie sich Ihren Lebensunterhalt damit finanzieren können.

Erstellen Sie zum anderen eine Liquiditätsplanung, um prognostizieren zu können, wie viel flüssiges Mittel Sie zu welchem Zeitpunkt verfügen können. Die Liquidität ist essentiell, um Ihren Betrieb aufrecht zu erhalten.

Abschließend sollten Sie Ihre Investitionsplanung auflisten. Hier beschreiben Sie, welche Güter und Dienstleistungen notwendigerweise erworben werden müssen, damit Sie Ihr Unternehmen starten können. Schildern Sie auch, welche Schritte Sie schon in Eigenregie getätigt haben und noch tätigen müssen.

Damit der Leser nachvollziehen kann, wie Ihre Zahlen entstanden sind, sollten Sie diese in einem Textteil erläutern.

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8. Anhang

In den Anhang gehören ergänzende Informationen wie z. B. die Lebensläufe der Gründerteammitglieder, Qualifikationsnachweise, Unterlagen zu Patenten und Lizenzen, Handelsregistereintragungen, Grundbuchauszüge, ggf. technische Zeichnungen etc.

Achten Sie auf die Übersichtlichkeit. Bestenfalls soll im Text auf die Anhänge verwiesen sein, um die Gefahr, dass ein wichtiges Dokument übersehen wird, zu minimieren.

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Sie werden sicherlich gemerkt haben, dass es sich um eine recht umfangreiche Arbeit handelt, einen Businessplan zu erstellen. Gerne helfen wir Ihnen mit unseren Erfahrungen und Know-how dabei. Wir geben Ihrem Businessplan den Feinschliff, damit Sie potentiellen Geldgebern von Ihrem Geschäftsvorhaben überzeugen können.

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